Mehr als 1.100 Energieexperten besuchten zweitägiges Branchentreffen des AGFW in Kassel

29.04.2026
Die Fachtage Fernwärme des AGFW gestern und heute in Kassel waren ein voller Erfolg. Mehr als 1.100 Expertinnen und Experten waren der Einladung des Energieeffizienzverbandes ins Kongress Palais gefolgt. In 16 verschiedenen Seminaren und Workshops diskutierten sie über die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, neue technologische Innovationen und tauschten Erfahrungen zu weiteren Themen, wie der kommunalen Wärmeplanung, aus.

Eine große Fachausstellung, unter Schirmherrschaft der Stadtwerke Gießen, mit 60 Ständen rundete die Veranstaltung ab.

AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch und sein Nachfolger Frank Mattat freuten sich über die große Resonanz. Zugleich betonten sie die Relevanz der Fernwärme für das Gelingen der Energie- und Wärmewende und mahnten mehr politische Unterstützung für die Unternehmen an. „Die Koalition in Berlin räumt der Fernwärme selbst großen Stellenwert ein, was wir grundsätzlich begrüßen. Zugleich lassen wichtige gesetzliche Regelungen auf sich warten, wodurch der Hochlauf der Wärmewende ausgebremst wird“, so Werner Lutsch. Bestes Beispiel dafür sei die Wärmelieferverordnung, deren Novelle seit Langem angekündigt werde, ohne dass konkret etwas passiere. „Die Unternehmen erwarten von der Politik hier konkrete Zusagen, dass das Kostenneutralitätsgebot geändert wird, weil ansonsten der Ausbau von Wärmenetzen nicht gelingen wird.“ Auch die Kraft-Wärme-Kopplung als wichtige Effizienztechnologie sei für die Versorgungssicherheit – gerade in der aktuellen Zeit geopolitischer Krisen – immens wichtig.

Mehr Mut und Geschwindigkeit fordert auch der neue AGFW-Geschäftsführer Frank Mattat von der Bundesregierung. „Die Fernwärme ist ein entscheidender Faktor für das Gelingen der Energiewende. Sie muss weitaus stärker als bisher flankiert und unterstützt werden, damit unsere Branche die großen Herausforderungen der Wärmewende erfolgreich bewältigen kann. Um auch in den kommenden Jahren die notwendigen Milliardeninvestitionen stemmen zu können, benötigen wir verlässliche Rahmenbedingungen und sind auf einen stabilen Förderrahmen durch die Bundesförderung effiziente Wärmenetze angewiesen. Wir setzen uns dafür ein, dieses wichtige Förderinstrument mit mindestens 3,5 Milliarden Euro Fördervolumen pro Jahr, entgegen dem bisherigen Volumen von 1,3 Mrd. Euro, ausgestattet wird, um das Gelingen der Wärmewende sicherzustellen.“

Eine prominente Rolle nahmen auch die Diskussionen über das Gebäudemodernisierungsgesetz sowie das in den Eckpunkten angekündigte Wärmepaket ein. „Bei der Ausgestaltung des Gebäudemodernisierungsgesetzes ist unsere Erwartung, dass nunmehr ein Level Playing Field geschaffen wird. Fernwärme darf durch einen unausgewogenen Rahmen nicht weiter diskriminiert werden. Das angekündigte Wärmepaket enthält für unsere Branche wichtige Punkte; das begrüßen wir. Allerdings können wir uns gerade mit Blick auf die notwendigen Anpassungen der Wärmelieferverordnung keinen weiteren Aufschub leisten, wenn die Wärmewende gelingen soll“, so Frank Mattat weiter. 

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